Schwierige SchĂĽler im Unterricht – Was wirklich hilft

👤 Dieter Krowatschek (†), Gordon Wingert

đź“• Verlag modernes lernen

Als schwierig werden heute in der Schule Kinder und Jugendliche empfunden, die vor allem durch ihre motorische Unruhe, eine zu geringe Aufmerksamkeitsspanne, die Impulsivität ihrer Handlungsweisen und unangepasstes Verhalten auffallen. Sie erweisen sich als schwer steuerbar in Leistungssituationen und zeigen auffälliges Sozialverhalten, wenn Zurückhaltung, Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und Ausdauer erforderlich sind. Vor allem die Verhaltensprobleme stellen für Lehrkräfte, ErzieherInnen und TherapeutInnen eine Belastung dar.

Die Schulpsychologen Dieter Krowatschek und Gordon Wingert versuchen Erklärungsmodelle fĂĽr Auffälligkeiten und Unterrichtsstörungen bis hin zu dissozialem Verhalten zu finden. Dabei werden Probleme nicht als krankhaft sondern als Defizite interpretiert. Sie ermöglichen Lehrkräften im Unterricht ein Training der Betroffenen. Die Lebensumstände der heutigen SchĂĽler haben sich ungĂĽnstig entwickelt und fĂĽhren häufig zu unangemessenen emotionalen Reaktionen. Dazu gehören die hohe Ablenkbarkeit – auch bei Freizeittätigkeiten – die Unfähigkeit, sich selber zu beschäftigen, allzu häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Aktivitäten, geringes Durchhaltevermögen und negative SelbstwertgefĂĽhle. Zunehmende emotionale Labilität vergrößert die Verhaltensprobleme. Insgesamt hat die Zahl schwieriger SchĂĽler zugenommen, ihre Probleme treten in der Schule häufiger und ausgeprägter auf.

Effektive Steuerung des Verhaltens in der Schule ist der Schlüssel für erfolgreiches Lernen und Lehren. Von daher enthält der vorliegende Band eine Vielzahl von Strategien, Techniken und Vorschläge, um Verhalten von Kindern und Jugendlichen erfolgreich zu steuern. Der Praktiker erfährt Unterstützung in seiner täglichen Arbeit im Umgang mit Kindern vom Schuleintritt bis ins Jugendalter hinein. Immer gültige Rezepte gibt es nicht. Es existieren aber Erfahrungen aus langjähriger Unterrichtspraxis und dreißigjähriger therapeutischer Erfahrung mit verhaltensauffälligen Schülern. Es sind Beobachtungen, Analysen, Ideen, Tipps, praktische Anweisungen, Experimente und Übungen, aus denen der Leser für seine Situation eine Auswahl treffen kann. Ein solches Vorgehen muss zum Unterrichtsalltag passen, in der Praxis einsetzbar sein, eigenes Handeln als authentisch wahrnehmbar machen und auf die Bedürfnislage der betroffenen Schülerinnen und Schüler abgestimmt sein.

Es werden für die jeweiligen Alterstufen typische Verhaltensweisen beschrieben, um Lehrkräften die Sicherheit zu geben, ob Verhalten, das sie beobachten, altersgerecht ist oder aus der Norm fällt. Dabei werden vor allem Unterrichtsstörungen, die Lernen in der Klasse erschweren, berücksichtigt.

Es folgen Methoden im Umgang mit eher einfachen Unterrichtsstörungen bis hin zu extremen Verhaltensweisen – wie etwa Mobbing, Rassismus etc. – Wutanfälle, Stehlen, Lügen und andere besondere Verhaltensauffälligkeiten werden ebenfalls berücksichtigt. Informationen zu speziellen Problemen, wie beispielweise selektiver Autismus, Tourettesyndrom werden gegeben.

Dabei werden immer wieder Fallbeispiele, typische Situationen und mögliche Lösungsansätze dargestellt und diskutiert. Das Buch enthält eine Vielzahl von Experimenten und Übungen, um angemessenes Verhalten einzuüben und zu reflektieren. Dabei steht Soziales Lernen im Vordergrund, sodass Schüler ihre eigenen Erfahrungen machen, Verhalten aufbauen und reflektieren können.

Die Autoren verfolgen die Zielsetzung, Lehrkräften Mut zu machen, eigene Ressourcen zu nutzen und sich mit Neuem auseinanderzusetzen. Sie geben konkrete Vorschläge, wie sie schwierige Situation zu bewältigen sind. Lehrkräfte können so Handlungsanweisungen für sich entwickeln, um im Schulalltag zu bestehen und mit Freude zu unterrichten.

Der Ordner enthält eine CD als Beigabe, auf der alle Übungsblätter als Kopiervorlagen zu finden sind sowie alle Materialien für Kärtchenübungen und Interaktionsexperimente.

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